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Waldhörner Engelbert Schmid GmbH Bellerweg 3 D-86513 Mindelzell Telefax (08282) - 890512 Telefon (08282) - 890412 Naturhorn |
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Was anfangs als Mode betrachtet wurde, ist inzwischen zum festen Bestandteil des
Musiklebens geworden: Oft unterstützt durch den Idealismus der Mitwirkenden,
halten sich Ensembles, die auf Originalinstrumenten bzw. deren Kopien spielen.
So wie diese Musizierpraxis die Klangsensibilität der Musiker schult, habe ich
mich als Hornbauer auf historische Mensuren, Materialstärken und
Herstellungsmethoden rückbesinnen müssen, was nebenbei bemerkt auch die
Fertigungsmethode unserer modernen Ventilhornschallstücke beeinflußt hat. Lassen
Sie mich den vorläufigen Abschluß einer intensiven Entwicklungsarbeit
vorstellen, die keinen Aufwand an Material- und Werkzeugkosten gescheut hat, -
insgesamt 4 Naturhornmodelle:
An der Diskussion, welche barocken Werke von Hornisten, welche von Trompetern
aufgeführt werden sollen oder können, möchte ich mich nicht beteiligen, sondern
beide Seiten dazu aufrufen, die barocke Klangwelt zu verwirklichen. Es gibt kein
Barockhorn schlechthin, auf dem man alle barocken Hornstimmen authentisch
wiedergeben kann. Vielmehr gab es damals eine breite Palette von
Instrumententypen, die einen interessanten, nahtlosen Übergang von der Trompete
zum Jagdhorn mit großem Schallbecher boten. Meine "Corno da caccia"-Version
deckt die hellere Seite der Klangpalette ab.
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| Corno da caccia", "Corno da tirarsi" Engelbert Schmid | Original Instrument, ca. 1730, Friedrich Ehe in Nürnberg, in Hoch D, mit C-Bogen und 2 Stimmstiften, aus dem Museum Carolino Augusteum, Salzburg |
Beschreibung meiner "Corno da caccia" - , gleichzeitig "Corno da tirarsi"
-Version:
| Verwendung: | Stimmen für "Corno da caccia", "Corno da tirarsi", "Lituus” |
| Stimmungen: | Von Hoch D bis Tief C (bei A=415Hz), Aufsteckbögen. |
| Mundstückaufnahme: | Normalerweise für Hornmundstückschaft. Die Anpassung des Schaftes eines Trompetenmundstückes ist akustisch kein Problem. Mit einem konischen Mundrohr, das sich auf eine Hornmundstückaufnahme verjüngt, stimmt das Instrument in allen Lagen und Stimmungen sehr gut. Die Kesseltiefe muß der Stimmung angepaßt werden, d.h. je kürzer das Instrument, desto flacher der Kessel. Der historische Normalfall war ein Trompetenmundstück. |
| Schallstück: | Grundsätzlich handgehämmert, mit Kranz, dünnwandig, Schallstückdurchmesser 18,0 cm. |
| Historisches Vorbild: | Nach Friedrich Ehe in Nürnberg, ca. 1730, Museum Carolino Augusteum, Salzburg. |
| Mensur: | Zylindrischer Mensurteil wie beim Original 10,6mm |
| Intonation: | Schallstück- und Mundrohrverlauf sind durch Computerberechnungen zur besseren Intonation verfeinert worden. |
| Stimmzug in der Mitte: | Ein vordergründiger Diskussionspunkt. Es sprechen aber klare
logische Argumente für diesen doppelten Stimmzug. a) Es gab im Barock schon doppelte Züge bei den Trombonen. b) Bei der "Tromba da tirarsi" und beim "Corno da tirarsi" gab es ein ziehbares Mundrohr, d.h. das Mundrohr wurde mit der einen Hand festgehalten, mit der anderen das ganze restliche Instrument bewegt, um einige Naturtöne ins Reine zu bringen und Zwischentöne zu erreichen. Diese Ziehpraxis war jedoch ergonomisch denkbar schlecht. c) Der in der Barockzeit übliche feststellbare Stimmzug am Mundrohr bzw. zwischen Aufsteckbogen und Corpus hat auch ergonomische Nachteile, da dadurch die Entfernung vom Mundstück zum Corpus stark variiert. d) Ich nehme an, daß damals lediglich niemand die Idee hatte, einen doppelten Stimmzug in die Mitte der Schallstückwindung zu setzen, und daß diese Idee damals dankbar aufgenommen worden wäre, - wie geschehen einige Jahrzehnte später. Akustisch und klanglich bleibt es trotzdem ein "Corno da caccia". Bei Verwendung eines Posaunengleitfettes kann man diesen Stimmzug leicht ziehen und somit die Intonation der sogenannten unreinen Naturtöne sowie der verlangten Zwischentöne problemlos meistern. Der Zug ist zweimal 17,5 cm lang, man hat also einen Ziehbereich von 30cm. Grifflöcher oder eine Hand im Schallstück gibt es hier nicht. |
| Gewicht: | 700g mit F-Bogen. |
Resonanzkurve "Corno da caccia":

Auch ohne Hand im Schallstück hat mein "Corno da caccia" eine sehr klar ansprechende Höhe.
Neben dem helleren "Corno da caccia" und "Corno da tirarsi" gab es in der
Barockzeit noch mehrere dunklere Versionen, nämlich das "Corno", das "Corne du
chasse" und das "Corne parforce", mit Schallstückdurchmessern von bis zu 30cm.
Sie hatten entweder feste, enge Mundrohre oder aber Aufsteckbögen, die
allerdings zu weit gebaut wurden, um gut zu stimmen.
Mein Barock-"Como" deckt den dunkleren Bereich der Barockhörner ab. Auch einige
"Corno da caccia" Stimmen waren eventuell für Jagdhörner mit engem Mundrohr
gedacht. So spricht z.B. das Original F. Ehe "Corno da caccia" miserabel an, und
stimmt schlecht, wenn man es bis F zylindrisch verlängert, was bei einem
Trompetenmundstückschaft zwingend ist. Mit engem, konischen Mundrohr jedoch
haben meine beiden Barockhorn Versionen sehr gute akustische Eigenschaften, auch
in den tieferen Stimmungen. Viele sind der Meinung, J.S. Bachs Brandenburgisches
Konzert Nr. l müsse auf einem Instrument wie mein Barock-"Corno" geblasen
werden.

Barock - “Corno”, Engelbert Schmid
Beschreibung meiner Barock - "Corno" - Version:
| Verwendung: | Stimmen für "Corno", "Corne du Chasse", "Corne parforce", auch einige "Corno da caccia"-Stimmen. |
| Stimmung: | Hoch D bis Tief C (bei A=415), gleiche Aufsteckbögen wie beim "Corno da caccia". |
| Mundstück: | Halbflaches bis flaches Hornmundstück empfohlen. Kesseltiefe soll der Instrumentenlänge angepaßt werden. |
| Schallstück: | Grundsätzlich handgehämmert mit Kranz, dünnwandig, Schallstückdurchmesser 25cm. |
| Historisches Vorbild: | Synthese aus J.Fr. Schwabe in Leipzig, J.H. Eichentopf in Leipzig und J. Leichamschneider in Wien, zylindrischer Mensurteil 10,6mm. |
| Stimmzug in der Mitte: | Hierfür gelten dieselben Argumente wie beim "Corno da caccia", Zug jedoch normal zähgängig. |
| Intonation: | Der gesamte Mensurverlauf ist durch Computerberechnungen zur besseren Intonation verfeinert worden. |
| Intonationsausgleich: | Keine Grifflöcher, da sie eine sehr fragliche Lösung sind. Erstens nicht historisch, zweitens müßten sie für jeden Aufsteckbogen (von Hoch D bis Tief C !) eine andere Position haben. Auch genügt es nicht, nur die beiden Töne f und a" zu korrigieren. Es kommen in den Barockstimmen auch Zwischentöne vor. Die Hand im Becher hilft für klare Ansprache und Tonvolumen in der Höhe enorm. Wenn man sie vorsichtig einsetzt und mit der Lippentreibtechnik kombiniert, ist die Tonqualität sehr ausgewogen und die Intonation einwandfrei. |
| Gewicht: | 850g mit F-Bogen. |
Resonanzkurve Barock - "Corno" ohne Hand

Die Becherschweifung eines hornartigen Schallstückes ist zu weich, um die Höhe ohne Hand klar ansprechen zu lassen.
Resonanzkurve Barock - "Corno" mit Hand

Mit Hand im Schallbecher spricht die hohe Lage ganz klar an.
Linz ist auch die Heimatstadt von Ignaz Leitgeb, der die Mozartkonzerte
uraufgeführt hat. Der Vergleich von Ignaz Lorenz Originalhörnern von ca. 1830
und Lorenz Nachfolger Hörnern fiel recht unterschiedlich aus, mit horrenden
akustischen Fehlern im zylindrischen Bereich. Was mich aber bei allen bestochen
hat, war der grundsätzliche Klang des Schallstückes. Irgendwie bekam ich immer
wieder den Eindruck, dies sei der wahre Hornklang.

Inventionshorn nach Ignaz Lorenz, Engelbert Schmid
Beschreibung meiner Ignaz Lorenz Kopie:
| Verwendung: | Ab Joseph Haydn, ideal für Wiener Klassik, bis Robert Schumann. |
| Stimmung: | Von Hoch C bis Tief B (bei A=443Hz, A=430Hz und A=415Hz), Aufsteckbögen, zweierlei Stimmbögen. |
| Schallstück: | Handgehämmert mit Kranz, oder angesetzt mit Kranz, dünnwandig, Schallstückdurchmesser 28cm. |
| Intonation, Ansprache: | Die Korrektur der Intonationsmängel und Mensursprünge der Originale war kein Problem. Das Ergebnis ist eine bestechend klare Ansprache und reine Intonation, gut modulationsfähig mit der Hand. |
| Oberfläche: | Alle hier vorgestellten 4 Naturhornmodelle empfehle ich mit der schönen historischen Patina, erreicht durch die Spezialmethode des "Feuerbedampfens". |
| Gewicht: | 1000 g mit Es-Bogen. |
Ein Schlüsselerlebnis war für mich eine Aufführung des Haydn (?) Doppelkonzertes
für 2 Naturhörner und (in diesem Fall modernes) Orchester. Circa 50% der Töne
des l. Naturhornsolisten waren eigentlich nicht zu hören, sondern bestenfalls zu
erahnen. Auch wenn dies teilweise am Bläser und Dirigenten lag, so ist es doch
ein Beispiel dafür, daß beim Zusammenspiel mit modernen Instrumenten oder auch
als Solist vor modernem oder historischem Orchester die historische Mensur von
ca. 11mm oft zu schlank ist.
Die Lösung dafür ist mein Cor Solo, das keine Kopie eines historischen Vorbildes
ist, sondern viele eigenständige Verbesserungen enthält.

Beschreibung meiner Cor Solo Version
| Klang: | In der Klangfarbe ähnlich den historischen Instrumenten, jedoch deutlich größer im Volumen. |
| Schallstück | Ähnlich der Lorenz-Kopie, handgehämmert mit Kranz oder angesetzt mit Kranz, Schallstückdurchmesser 28 cm, dünnwandig. |
| Bauart: | Festes Mundrohr, Einsteckbögen in der Mitte. Mit nur 5 Bögen erreichen Sie alle Stimmungen von Hoch B bis Tief B in A=443 Hz, A=430 Hz und A=415. Innerhalb von Sekunden können Sie außerdem durch Einsetzen einer Maschine daraus ein 3-ventiliges B-Horn oder F-Horn machen. |
| Mensur: | 12,0 mm im zylindrischen Bereich, festes Mundrohr für alle Stimmungen. Dadurch haben Sie ein Blasgefühl, das dem modernen Ventilhorn ähnlich ist, weniger Umstellungsprobleme und trotzdem weitgehend den Naturhornklang. |
| Intonation, Ansprache: | Problemlos in allen Stimmungen. Die Schallbecherschweifung ist wie bei der Lorenz-Kopie sehr gut geeignet für die Stopftechnik. |
| Gewicht: | 1.100 g mit Es-Bogen. |
| Ästhetik: | Von der Formgebung her und handwerklich sind alle 4 hier vorgestellten Naturhornmodelle eine Augenweide, wie alle Engelbert Schmid Hörner. |
Hier noch eine Aufstellung der
nach Gisela Csiba und Jozsef Csiba,
“Die Blechblasinstrumente in J.S.Bachs Werken”:
Corno da Caccia
(Schallstückdurchmesser 120-180 mm)
in Hoch D: BWV 232*
in Hoch C: BWV 16/107
in Hoch B: BWV 143
in G: BWV 174
in F: BWV 213/248/1046/1071
Corno da tirarsi
(Schallstückdurchmesser 120-180mm)
in Hoch C, B und A: BWV 46/67/162
Lituus (Schallstückdurchmesser
120-180mm)
in Hoch B: BWV 118
Corne du Chasse
(Schallstückdurchmesser 200-240mm)
in Hoch C: BWV 65
in Tief C: BWV 109
Corno (Schallstückdurchmesser
220-300mm)
in Hoch D: BWV 88/205/218
in Hoch B: BWV 14
in A: BWV 136
in G: BWV 79/91/100/112/128/195/212/250/251/252
in F: BWV 1/14/40/52/83/208
in Es: BWV 140
in Tief D: BWV 60
in Tief C:
BWV3/8/26/27/40/62/68/73/78/83/89/95/96/99/105/114/115/116/124/125/ 136
* Die Darstellung von Peter Damm, das "Quoniam" aus der h-moll Messe müsse in
Tief D sein, kommt mir logischer vor. Jedoch sind meine Barockhörner von Hoch D
bis Tief C stimmbar, d.h. es sind beide Versionen ausführbar.