|
Waldhörner Engelbert Schmid GmbH Bellerweg 3 D-86513 Mindelzell Telefax (08282) - 890512 Telefon (08282) - 890412 Nickelfreies Horn |
|||||||
|
Nickelfreies Horn
G zu K:
Wie ernst waren Deine Probleme mit der Nickelallergie? K:
Sie fingen an sehr ernst zu werden, aber ich hörte rechtzeitig mit dem
Hornspielen auf. Ich habe eine Nickelallergie seit ich 12 bin. Ich
bemerkte es, weil ich keine Halskette tragen konnte. Als ich mit 15 mit dem Horn anfing, hatte ich die ersten Jahre keine Probleme. Soweit ich mich erinnere war ich um die 20 als ich an meinen Fingern vom Schallbecher reagierte, da dort der Lack abgenutzt war...und ich spielte die ganze Zeit auf einem Neusilberinstrument. Die nächsten Jahre benutzte ich Fingerhandschuhe was wirklich gut funktionierte, doch mit 31 traten nach und nach viele allergische Reaktionen auf. Ungefähr jede dritte Woche hatte ich offene Stellen in meinem Mund. Er war dazu noch sehr trocken und manchmal trat ein brennendes Gefühl auf. Es zeigten sich noch einige andere Symptome wie Kopfschmerzen, Ausschläge, vor allem am oberen Bereich des Kopfes und an meinem rechten Oberschenkel (Ich dachte, dass es dort eine Reaktion auf meine Autoschlüssel sei). Das Schlimmste war meine Müdigkeit. Später fand ich heraus, dass sich auch eine Gräserallergie entwickelt hatte und ich auf Essen mit hohem Nickelgehalt reagierte wie z.B. Nüsse, Soja oder Schokolade. G zu S.:
Wie haben Sie auf die erste Anfrage reagiert? S:
Sie kam per e-mail und so konnte ich zuerst ein wenig darüber
nachdenken. Danach wollte ich wissen wie ernst die Anfrage ist und ob er
noch auf andere Metalle allergisch reagiert. K.:
Herr Schmid nahm meine Anfrage von Anfang an ernst und war sehr
interessiert. Ich habe viele Hornbauer kontaktiert, doch die einzige
Hilfe die sie mir anbieten konnten, war eine äußere Vergoldung. Das
hätte mir aber nicht viel geholfen, da ich durch das Instrument einatme
und auf die nickelhaltige Luft allergisch reagiere - eine Angewohnheit
die ich nicht ablegen konnte um weiterhin professionell zu spielen. Ich
war an einem komplett nickelfreien Horn interessiert. S:
Ich sagte zu Herrn Kristiansen, dass, falls ich ein nickelfreies Horn
baue, würde ich keine Kompromisse eingehen, d.h. ich würde alle
nickelhaltigen Teile ersetzen. Als ich eine Liste der Teile erstellte,
die alle ersetzt werden müssen, war ich selbst sehr überrascht, dass
an einem Doppelhorn mehr als 40 Teile Nickel enthalten. Sogar die
Stahlfedern, die Stahlaxen und die rostfreien Schrauben enthalten
Nickel! Ich begriff, dass es sehr teuer sein würde all diese Teile
durchweg mit der selben Präzision und ähnlicher Haltbarkeit zu ersetzen.
Es war klar, dass ich die ganzen Mehrkosten nicht bei einem Horn
verlangen konnte, und dass ich die Teile nicht nur für 1 Instrument
machen oder bestellen konnte. Wir brauchten z.B. extra angefertigte
Rohre für die Ventilbüchsen und für die Schleifen, was in sehr kleinen
Mengen nicht möglich ist. Das alles zu organisieren war extrem
zeitaufwendig. Als Beispiel, eine ganz normale Wasserklappe besteht aus
4 Teilen, die Nickel enthalten. In der Zeit, die wir in das nickelfreie
Horn investierten, hätten wir 2 Tripelhörner bauen können, deren
Material weniger gekostet hätte. Aber ich wollte Herrn Kristiansen
helfen und versprach ihm, eine solches Horn zu bauen, komplett ohne
Nickel.
G. zu S.: Würde dann in vielen Fällen ein normales Horn mit Neusilberteilen aber mit intaktem Lack auch das Problem lösen? S.: Nein, sicher nicht. Man kommt ja z.B. mit dem Öl das von den nickelhaltigen Stahlachsen kommt in Berührung, und ganz entscheidend ist die Luft, die man vom Inneren des Horns einatmet. G. zu K.: Wie hat das Instrument letztendlich funktioniert? Kommst Du gut damit zurecht? K.: Ja, ich komme sehr gut zurecht. Es ist ganz anders im Vergleich zu meinem vorherigen Horn (Holton Farkas), auf dem ich immer gespielt habe, aber nach einer „Eingewöhnungsphase“ würde ich wirklich nicht mehr tauschen wollen. Ich finde, dass dieses Instrument ein Profihorn ist. Man kann sich auf die Intonation verlassen sowie auch auf die hervorragende Tonqualität, viel bessere Bindungen, es ist sehr einfach, schnell zu spielen, die Drücker sind gut plaziert. Ich hatte ein paar Probleme mit den Büchsen weil sie aus Messing sind aber wahrscheinlich muss ich erst lernen sie richtig zu ölen. Ich würde vorschlagen, dass ein Horn mit Titanbüchsen die optimale Lösung wäre. Dazu kommt, dass das Horn mit der MS, GM, Silberkombination sehr schön ausschaut. Das ist auch schon einigen meiner Kollegen aufgefallen. (S: Entscheidend für die Lauffähigkeit sind die Ventillager. Eine Titanbüchse wäre nicht praktikabel und würde an der Lauffähigkeit nichts ändern!).
|
||||||
| Update:
24. November 2007 Ein Service der Robert Ostermeyer Musikedition www.corno.de |
|
||||||